Zeitliche und räumliche Daten werden in Datenbankanwendungen immer häufiger benötigt. Intervalle werden dort in verschiedenen Formen eingesetzt, z.B. als Transaktions- und Gültigkeitsdauer in temporalen Datenbanken, als Liniensegmente einer raumfüllenden Kurve in räumlichen Anwendungen, als Toleranzgrenzen für Messabweichungen in Ingenieurdatenbanken, für hierarchische Typsysteme in objektorientierten Datenbanken oder zur Darstellung intervallwertiger Constraints und endlicher Wertebereiche in deklarativen Systemen. Eine Integration in (objekt-)relationale Datenbankmanagementsysteme ist dabei insbesondere für industrielle/kommerzielle Anwendungen wesentlich.
Der Relationale Intervallbaum (RI-Baum) bietet eine neue Möglichkeit zur effizienten Unterstützung von Schnittanfragen, d.h. zur Ausgabe aller Datenbankintervalle, die ein gegebenes Anfrageintervall überlappen. Der RI-Baum stellt dabei keine typische Externspeicher-Datenstruktur dar, sondern gehört zu einer neuen Gattung von sog. relationalen Speicherstrukturen. Die grundlegende Idee hierbei ist, die Datenobjekte mittels herkömmlicher relationaler Indexe zu verwalten, anstatt direkt auf reine Plattenblöcke zuzugreifen, wodurch sich die Verfügbarkeit, Robustheit und hohe Performanz eingebauter Indexstrukturen in existierenden Systemen ausnutzen lässt.